
Vom Bodensee an den Gardasee: unser Roadtrip über die Alpen
Was bleibt von einer Woche Roadtrip, wenn man die Kilometer wieder vergessen hat? Bei uns waren es fünf Gastgebende, ein Van und Geschichten, die wir so schnell nicht vergessen werden. Wir sind von den Bergen des Montafon bis in die Weinberge der Valpolicella gefahren. An einer Stelle wären wir fast nicht mehr weitergekommen. Wie es dazu kam, und was uns unterwegs sonst noch passiert ist, erzählen wir dir hier.
Fünf Camps, fünf sehr unterschiedliche Welten – und alle kannst du direkt bei Nomady buchen und Etappe für Etappe nachreisen. Lass dich treiben. Wir tun es auch.
Unser Zuhause auf Rädern
Bevor die eigentliche Reise beginnt, ein Wort zu unserem treuen Begleiter: Für diese Route stellte uns unser Partner Malibu den Malibu Van relax zur Verfügung. Komfort bei maximalem Raumgefühl und gleichzeitig kompakt genug für enge Kehren und schmale Tunnel. Perfekt um sich nach einem langen Tag sofort wie zu Hause zu fühlen. Auf einer Strecke mit engen Passstraßen und einer denkwürdig knappen Tunneldurchfahrt war genau das Gold wert.
Der Van wird schnell zum vertrauten Rückzugsort: die Campingstühle raus, ein Glas Wein aus der Region eingeschenkt und die Abendsonne genießen.

Tag 1: Auf über 1000 Metern im Montafon
Kaum sind wir losgefahren, holt uns das erste Abenteuer der Reise ein. Auf der Autobahn zieht ein Sturm auf, der alle Fahrzeuge auf Schritttempo zwingt; Äste liegen quer auf der Fahrbahn und die Sicht ist durch stömenden Regen eingeschränkt. Kurze Zeit später reißt der Himmel wieder auf und die Sonne strahlt unschludig, als hätten uns die Wettergötter nicht gerade bewiesen wase sie können. Als wir das Latangerhüsli auf 1020 Metern erreichen, wissen wir sofort: Der Weg hat sich gelohnt. Das Tal liegt uns zu Füßen, von Bergen umrahmt. Wir blicken direkt auf den Zimba und Saulakopf, zwei der markantesten Gipfel der Region. Hinter der Hütte ein kleiner Waldweg der direkt erkundet werden kann.
Gastgeber Michael empfängt uns, noch während wir aufbauen mit einem selbstgebrannten Schnaps eines Freundes aus Dornbirn, abgelöscht mit Wasser aus dem Bach nebenan. Nach der Begrüßung sitzen wir Abends noch lange zusammen und tauschen Geschichten über Nomady aus. Die Idee zum eigenen Stellplatz kam Michael schon vor Jahren. Seitdem baut er immer weiter aus. Inzwischen gibt es sogar ein Bad und einen kleinen Kräutergarten an dem man sich auch gerne mal bedienen darf.
Michael ist leidenschaftlicher Tandempilot, rund 3.800 Sprünge hat er schon hinter sich. Schon am nächsten Morgen dürfen wir Zeugen dessen werden, als er plötzlich über unsere Köpfe hinwegfliegt.
Unser Tipp: Der Schwarzsee lässt sich vom Camp aus super als Tagestour erwandern. Die Silvretta Hochalpenstraße, 34 Kehren, eignet sich ideal als Morgenausflug, bevor es weitergeht.






Tag 2: Auf der Apfelwiese im Südtirol
Wir fahren mitten in eine Hitzewelle hinein. Am Reschensee mit seinem halb im Wasser stehenden Kirchturm legen wir einen Stopp ein. Am Ufer wagen wir einen Sprung ins 14 Grad kühle Wasser. Je weiter wir Richtung Meran und Bozen kommen, desto dichter reihen sich die Apfelplantagen. Am Stettnerhof sitzt Gastgeber Lukas schon mit Gästen vor dem Hofladen bei einem Hugo.
Der Stellplatz Apfelwiese liegt auf einem Obst- und Weinbaubetrieb, seit Generationen im Besitz der Familie Kofler. Lukas bestellt telefonisch auf Italienisch Pizza für uns und führt uns anschließend durch eine Weinprobe: ein Weißer, ein süßerer Muskateller und ein Roter, der hier traditionell beim Vesper kredenzt wird. Besonders stolz ist er auf seinen hofeigenen Apfelessig und Apfelbalsamico – auch in den Bewertungen des Platzes werden diese immer wieder erwähnt.
Dann zeigt er uns den Keller. Er wurde in den Fels gesprengt, weil sich das Gestein besonders gut zum Lagern und zum Räuchern von Speck eignet. Den Abend lassen wir unter dem Sternenhimmel Südtirols ausklingen. Wer tagsüber unterwegs sein will, dem legt Lukas den Brandiser Waalweg durch die Apfelwiesen bis zum Lananer Wasserfall ans Herz – oder die Bergbahn Meran, die einen in sieben Minuten auf 2.000 Meter bringt.

Tag 3: Im Oldtimer durch Valpolicella
Durch eine Landschaft, die an die Toskana erinnert – Pappeln, kleine Dörfer, bunte Häuser – führt eine von Reben gesäumte Allee zum Weingut. Das Haupthaus aus Naturstein ist größer, als wir erwartet haben; Malvinas Großvater hat die Steine für den Weinkeller aus alten Ruinen der Umgebung zusammengetragen. Malvina selbst studierte in der Bretagne, kehrte während der Pandemie überraschend zurück und übernahm mit 34 das elterliche Weingut. Zuerst lebte sie in ihrem eigenen Campervan auf dem Gelände – daher, erzählt sie lachend, auch ihre Idee, bei Nomady mitzumachen.
Zur Weinprobe gibt es Käse und Salami, dazu einen kühl servierten Valpolicella Classico und einen Amarone. Am liebsten erzählt Malvina aber von ihrem Ripasso, den sie liebevoll ihren Robin Hood Wein nennt. Früher, erzählt sie, hat man die bereits getrockneten Amarone Trauben einfach ein zweites Mal genutzt und noch einmal für den einfachen Wein verwendet, aus purer Not. Wer sich den echten Amarone nicht leisten konnte, fühlte sich mit diesem Trick wenigstens für einen Abend ein bisschen nobler.
Am nächsten Morgen dreht Malvina mit uns eine Runde in ihrem alten Oldtimer Fiat, ihrem ganz persönlichen Herzstück, vorbei an den Dörfern und einem Aussichtspunkt mit Blick über die Gegend und das Weingut. Tagsüber hört man vor allem eines: die Zikaden, so laut, dass sie fast schon zur Kulisse gehören. Unser Tipp für alle, die noch weiter wollen: Für eine Abkühlung ist der Gardasee von hier aus nur wenige Autominuten entfernt, und wer lieber Kultur sucht, ist mit dem Bus in einer guten halben Stunde in Verona, am besten zur abendlichen Sommeroper in der Arena.

Tag 4: Wie in einem Gemälde am Lago Maggiore
Über kleine Dörfer und enge Gassen erreichen wir am Abend den Lago Maggiore. Simone und Nina sind nicht da, haben uns aber eine Videobotschaft hinterlassen (und der Platz spricht ohnehin für sich). „Painting Lake View“ heißt er, weil hier früher Maler herkamen, um die Wolkenformationen über den Bergen festzuhalten. Neben dem Grundstück grasen Pferde, am Abend leuchten Glühwürmchen, zwei Hofhunde Claudio und Pipa begrüßen uns, als würden wir schon dazugehören.
Nina ist in der Region aufgewachsen und hatte als Kind auf genau diesem Hof Reitunterricht; heute unterrichtet sie selbst. Den beiden geht es darum, Kindern zu zeigen, woher Lebensmittel kommen – eigenes Gemüse, Eier von den eigenen Hühnern. Der große Baum auf dem Grundstück wurde einst vom Gründer des Ortes gepflanzt und spendet bis heute Schatten und Windschutz und ein Plätzchen, an dem Jede*r wilkommen ist.
Auf die Frage nach dem perfekten Morgen kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: aufwachen zum Sonnenaufgang, Kaffee, Frühstück, dann schwimmen im See und den Abend bei einem Kaltgetränk ausklingen lassen. Simone hat für seine Gäste sogar eine Google Map mit allen Highlights der Umgebung angelegt. Wer zum ersten Mal hier ist, sollte den Aussichtsberg ansteuern, von dem aus man alle sieben Seen der Region und die Inseln vor Stresa sehen kann. Sehenswert sind auch die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso und das Maggiatal mit seinen Badestellen.






Tag 5: Zur historischen Siedlung im Calfeisental
Die letzte Etappe verlangt uns noch einmal Nerven ab. Eine Höhenbeschränkung von 2,60 Metern (unser Van misst 2,59). Über einen Staudamm mit einspuriger Durchfahrt und in den Fels geschlagene Tunnel tasten wir uns vor. Für den Notfall hatten wir uns sogar ein Zelt eingepackt. Dann öffnet sich am Ende des Tunnels der Blick auf das Tal und alle Anspannung fällt ab.
Am späten Abend führt ein mit Lichterketten beleuchteter Weg vorbei an Holzsaunen, einem kleinen Badeteich mit Wasserrad entlang zu den fünf Häuschen der Walsersiedlung Sankt Martin. Die historischen Massivholzhäuser sind außen im Original erhalten und innen liebevoll restauriert. Wir fühlen uns in die Hobbitwelt von Herr der Ringe sersetzt. Der Gastgeber empfängt uns mit einem kühlen Getränk und Erdnüssen auf der Terrasse der kleinen Bergwirtschaft.
Am Morgen wartet ein Frühstücksbuffet mit Käse aus der Region und Sauerteigbrot aus dem Holzofen auf uns. Anschließend führt uns der Gastgeber durch die Siedlung – bis zum kleinen Kino des Fördervereins mit einem Film über die Geschichte des Ortes. Die rund 700 Jahre alte Siedlung liegt am Gigerwaldstausee mitten in der Tektonikarena Sardona, einem UNESCO-Weltnaturerbe. Im selben Tal steht, so erzählt man uns, die dickste Fichte Europas.






Zurück zum Alltag
Am Ende sind es nicht die Kilometer, die bleiben, sondern die Begegnungen. Michael und seine Tandemflüge, Lukas und sein Fels-Keller, Malvina und ihr Robin-Hood-Wein, Simone und Nina mit ihren Tieren, und die stille Walsersiedlung hinter den Tunneln. Fünf Gastgeber, die uns für ein paar Stunden Teil ihrer Welt werden ließen. Das ist das eigentliche Souvenir dieser Reise.
Das Schöne daran: Du musst nicht die ganze Strecke fahren. Nimm dir eine einzige Etappe heraus oder reihe alle fünf aneinander – jedes Camp lässt sich einzeln bei Nomady buchen. Und wenn du magst, mit dem passenden Van dazu.

Unser Reisepartner für Unterwegs
Diese Reise entstand gemeinsam mit Malibu, Teil der Carthago-Familie. Malibu baut Camper Vans, die zu unserer Idee vom Reisen passen: nah an der Natur, unkompliziert und für lange Wege gemacht. Vom kompakten Van Relax bis zu den First-Class-Modellen findest du für jede Route das passende Zuhause auf Rädern.























































































