Schrecksee & Co.: Warum Bergseen immer strenger kontrolliert werden
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Schrecksee & Co.: Warum Bergseen immer strenger kontrolliert werden

Einzelne Bergseen sind durch TikTok und Instagram zu echten Sehnsuchtsorten geworden. Die Videos zeigen fast immer dasselbe: ein Zelt am Ufer, den Sonnenaufgang über den Bergen und das Gefühl grenzenloser Freiheit. Was sie fast nie zeigen, ist die Rechtslage.

Wenn ein See viral geht

Gerade am Schrecksee im Allgäu ist das Übernachten inzwischen für manche sogar zu einer Art Challenge geworden. Wer schafft es, möglichst lange zu bleiben, ohne entdeckt zu werden? Andere unterschätzen die Länge der Wanderung und entscheiden sich spontan dafür, die Nacht am See zu verbringen. Hinzu kommen zahlreiche Missverständnisse. Immer wieder wird behauptet, dass eine Nacht im Schlafsack ohne Zelt erlaubt sei. In vielen Fällen stimmt das jedoch nicht.

Die Folge: Polizei, Ranger und Nationalparkaufsichten kontrollieren inzwischen deutlich häufiger. An diesen fünf Orten wird derzeit besonders konsequent gegen unerlaubte Übernachtungen vorgegangen.

Sophia
11. August 2026
Wildcampen verboten am Schrecksee

An diesen 5 Seen wird nun stärker kontrolliert

Schrecksee im Allgäu

Schrecksee im Allgäu

Bis zu 600 Euro pro Person. Bei einem Einsatz weckte die Polizei 17 Übernachtende und leitete Bußgeldverfahren ein. Rund um den See liegen Weideflächen, die für die Alpwirtschaft wichtig sind.

2.

Königsbachfall am Königsee

Für ein rund zehn Hektar großes Gebiet gilt seit dem Sommer 2021 ein Betretungsverbot, Verstöße kosten im dreistelligen Bereich. Zelten und Feuermachen sind im gesamten Nationalpark Berchtesgaden verboten.

3.

Oeschensee, Berner Oberland

Untersagt sind Zelt, Biwak, Hängematte und das Schlafen unter freiem Himmel. Die Busse kann bis zu 2.000 Franken betragen.

Pragser Wildsee, Südtirol

Pragser Wildsee, Südtirol

Wildcampen und Draußenschlafen sind verboten, es wird streng kontrolliert. Das Verbot gilt im gesamten Pragser Tal, auch entlang der Straße.

Eibsee bei Grainau

Eibsee bei Grainau

Campen und Übernachten sind am See nicht erlaubt. Die offiziellen Plätze liegen in Grainau.

Basislager statt Biwak

Das Gute daran: Für keinen dieser Orte brauchst du eine Übernachtung am See. Der Schrecksee ist eine Tageswanderung, der Königsbachfall auch. Was du brauchst, ist ein Platz im Tal, an dem du legal stehst und von dem aus du morgens früh losgehst. Für den Schrecksee und das Hintersteiner Tal bietet sich das Oberallgäu an, etwa die Ruhige Wieseneinfahrt am Bachlauf in Rettenberg oder die Alte Reserve in Haldenwang. Für den Eibsee und die Zugspitzregion liegt der Idyllische Stellplatz im Oberland in Grafenaschau gut. Für den Oeschinensee fährst du am besten ins Kandertal, zur Swiss Mountain Experience in Frutigen oder ins Camp Niesenweg in Reichenbach. Der Unterschied zum Biwak am See ist am Ende kleiner, als es klingt. Du wachst trotzdem draußen auf, du hast trotzdem Berge vor der Nase. Nur holt dich niemand Nachts aus dem Zelt.

Basislager statt Biwak

Das gilt es grundsätzlich zu beachten:

Kein Lärm, keine Spuren

Kein Lärm, keine Spuren

Respektiere die Privatsphäre anderer Menschen und achte auf die Nachtruhe. Auch die Tierwelt hat ein Recht auf einen ruhigen Schlaf. Vermeide Lärm und Belästigungen und hinterlasse den Platz in einem sauberen Zustand.

Abwasch und Dusche

Abwasch und Dusche

Erledige den Abwasch nicht direkt an Gewässern und entsorge das Restwasser auch nicht darin. Verwende biologisch abbaubares Spülmittel und Zahnpaste. Sich im Bach oder Fluss zu waschen ist erlaubt, das Duschmittel sollte aber umweltverträglich sein oder ganz weggelassen werden. Einige Nomady-Camps bieten sanitäre Anlagen.

Das «große Geschäft»

Das «große Geschäft»

Verrichte dein Geschäft nur, wenn es sein muss und nicht in der Nähe von Gewässern. Fäkalkeime können den Tieren schaden. Verwende einen Plastiksack, um dein Toilettenpapier wieder mitzunehmen oder verbrenne es (nicht bei Waldbrandgefahr), nachdem du deine Hinterlassenschaft vergraben hast. Wahre Wildcamper:innen haben immer eine kleine Gartenschaufel dabei oder greifen auf praktische Trockentrenntoiletten zurück.

Feuer

Feuer

In einigen Gebieten ist es verboten, Feuer zu machen. Wildtiere werden dadurch vertrieben. Achte deshalb auf Schilder, die darauf hinweisen. Sei auf jeden Fall vorsichtig, wenn du ein Feuer machst. Verwende bereits existierende Stellen und beachte die aktuelle Gefahrensituation bezüglich Waldbränden.

Wie die Rechtslage für Wildcampen in Europa aussieht

Diese genannten fünf Seen sind derzeit Fälle mit besonders viel Aufmerksamkeit. Wo Wildcampen in Europa grundsätzlich erlaubt, geduldet oder verboten ist, steht hier: Wildcampen in Europa

Für die Schweiz gibt es zusätzlich die Regelungen der einzelnen Kantone: Wildcampen in der Schweiz

Wie die Rechtslage für Wildcampen in Europa aussieht
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_Stand: August 2026. Quellen: Schrecksee (Blick, Blaulichtreport Südschwaben), Königsbachfall und Nationalpark Berchtesgaden (Berchtesgadener Anzeiger, Nationalpark Berchtesgaden), Oeschinensee (oeschinensee.ch), Pragser Wildsee (pragser-wildsee.it).

Alle Angaben ohne Gewähr. Regelungen können sich kurzfristig ändern, erkundige dich vor Ort. Hinweise gerne an hello@nomady.camp mit dem Betreff «Bergseen»._