
Gemütliche Wege für den Herbst
Fünf Genusswege für ruhige Herbsttage, jeweils mit Nomady-Camps in der Nähe.
Der Herbst hat es nicht eilig. Er lässt den Nebel bis zum Mittag in den Tälern liegen und schickt die Sonne so flach durch den Wald, dass jeder Stamm einen langen Schatten wirft. Für manche ist das die Zeit für die lange Tour über die Höhen. Für andere ist es die Zeit für Genusswege, auf denen du dich immer wieder bückst, weil unter dem Laub Kastanien liegen, und an den Lichtungen nach Pilzen schaust. Am Nachmittag sitzt du mit einem Stück Kuchen in der Gaststube, die Wangen noch kalt vom Wind. Zurück am Camper machst du Milch warm, und während der Kakao dampft, wird es draussen langsam dunkel.
Um diese gemütliche Seite des Herbsts geht es hier. Wir haben fünf Genusswege vom Schwarzwald bis nach Südtirol herausgesucht, die du auch ohne viel Wandererfahrung gut gehst. Zu jedem findest du die passenden Nomady-Camps in der Nähe.
Fünf Genusswege auf einen Blick
Kniebiser Heimatpfad
Schwarzwald, 9,9 km. Ein Rundweg auf der Höhe, vorbei an der alten Klosterruine bis zum Blick über die Täler.
Waldpfad Groppertal
Schwarzwald, 11,4 km. Weiche Waldwege und ein Wildgehege, an dem du gut rasten kannst.
Altausseer Seerundweg
Salzkammergut, 7,5 km. Rund um den See, mit Blick auf die Trisselwand und hinüber zum Dachstein, dazwischen kleine Strände für eine Pause.
Ostuferwanderweg
Salzkammergut, 9,7 km. Am Ostufer des Hallstättersees trägt dich eine Hängebrücke über die Stelle, an der der See 125 Meter tief ist.
Stabnerwaal
Südtirol, 5 km. Der Weg folgt einem alten Bewässerungskanal am Hang über dem Vinschgau bis zum Restaurant Himmelreich, wo sich eine Einkehr anbietet.
Schwarzwald: unterwegs auf den Geniesserpfaden
Im Schwarzwald heissen die Genusswege tatsächlich so. Schwarzwald Tourismus hat über 50 Geniesserpfade ausgeschildert, zwischen 6 und 18 Kilometer lang und jeder als Premium- oder Qualitätsweg zertifiziert. Bei diesen Wegen zählt, was unterwegs liegt, zum Beispiel ein Aussichtspunkt über den Tälern oder ein alter Bahnhof am Waldrand.
Zwei der Pfade gehst du auch ohne viel Erfahrung gut. Im Herbst riecht es dort nach nassem Moos und Tannennadeln, und zwischen den dunklen Fichten leuchten die ersten gelben Buchen.
Wenn dich danach mehr reizt: Den Albsteig Schwarzwald haben wir als viertägige Trekkingtour beschrieben, und rund ums Übernachten unter Bäumen geht es in Zelten im Schwarzwald.

Kniebiser Heimatpfad bei Freudenstadt
Lage: Freudenstadt-Kniebis, Start am Besucherzentrum an der Schwarzwaldhochstrasse
Länge: 9,9 Kilometer, gut zweieinhalb Stunden, 123 Höhenmeter
Schwierigkeit: leicht, für alle Altersklassen geeignet
Der Heimatpfad bleibt oben auf der Höhe, zwischen 860 und 941 Metern, und führt dich über naturnahe Pfade an der alten Klosterruine vorbei. Am Ellbachseeblick öffnet sich der Wald, und du schaust weit über die Täler. Das Räuberwegle, ein Teilstück des Pfads, mögen Gross und Klein besonders. Ein paar Stellen sind wurzelig, unter Herbstlaub erst recht, also zieh lieber feste Schuhe an.

Nomady-Camps in der Nähe von Kniebis
Waldpfad Groppertal bei Villingen-Schwenningen
Lage: Villingen-Schwenningen, Start am Wanderparkplatz Tannenhöhe
Länge: 11,4 Kilometer, rund 3 Stunden, 200 Höhenmeter
Schwierigkeit: leicht
Der Rundweg beginnt oben an der Tannenhöhe und taucht bald in den Wald ein. Weiche Waldwege führen dich am Uhufelsen vorbei durch den Germanswald, über die Gleise der Schwarzwaldbahn und durchs Langmoos bis zum Wildgehege Salvest, wo du rasten kannst und Kinder Platz zum Spielen haben. Unterwegs fliessen Brigach und Kirnach zusammen, und am Wegrand steht das kleine Kirnacher Bahnhöfle, das heute unter Denkmalschutz steht.

Salzkammergut: zwei Wege am Wasser
Wasser hat im Herbst etwas Beruhigendes. Wenn die Sonne tief über den Bergen steht und sich der Wald am Ufer im See spiegelt, gehst du ganz von selbst ein bisschen langsamer.
Im Salzkammergut kommen zwei Seewege mit wenig Höhenmetern aus, und für beide findest du ein Nomady-Camp im selben Ort. Der Altausseer See liegt in der Steiermark, der Hallstättersee in Oberösterreich. Mehr Nomady-Camps im ganzen Land zeigt Camping in Österreich.
Altausseer Seerundweg
Lage: Altaussee im steirischen Salzkammergut, Start am Kurpark
Länge: 7,5 Kilometer, rund zweieinhalb Stunden, 58 Höhenmeter
Schwierigkeit: sehr leicht, familientauglich
Der Weg führt einmal rund um den Altausseer See, fast ohne Steigung, und ist sogar mit dem Kinderwagen machbar. Am Ufer stehen so viele Bänke, dass du dir für jede Pause einen neuen Blick aussuchen kannst, zur Trisselwand oder hinüber zum Dachsteinmassiv. Wer mag, macht an einem der kleinen Strände Halt. Der Tourismusverband empfiehlt den Weg von April bis Oktober.

Ostuferwanderweg am Hallstättersee
Lage: von Steeg bei Bad Goisern nach Obertraun
Länge: 9,7 Kilometer, gut zweieinhalb Stunden, 130 Höhenmeter
Schwierigkeit: leicht, für Kinder jedes Alters geeignet
Der Ostuferweg verläuft zwischen dem Hallstättersee und der Bahnlinie. Du gehst also hin und fährst mit dem Zug zurück. An der tiefsten Stelle des Sees, wo das Wasser 125 Meter tief ist, führt dich eine Hängebrücke weiter. Am Wegrand wartet ein hölzerner Lindwurm, und an den frei zugänglichen Badestellen kannst du an einem warmen Herbsttag die Füsse ins Wasser halten. Bei Winterverhältnissen ist der Weg gesperrt.

Südtirol: am Waal entlang im Vinschgau
In Südtirol führen viele Wanderwege an alten Bewässerungskanälen entlang, den Waalen. Heute gehst du dort auf schmalen Pfaden am Hang und schaust hinunter ins Tal.
Der Stabnerwaal liegt am Sonnenberg bei Naturns. In Naturns findest du auch zwei Nomady-Camps derselben Gastgebenden.
Stabnerwaal zwischen Staben und Tschars
Lage: Vinschgau, vom Bahnhof Staben bei Naturns zum Bahnhof Tschars
Länge: 5 Kilometer, rund 2 Stunden, 160 Höhenmeter
Schwierigkeit: leicht, für Familien geeignet
Du steigst in Staben aus der Vinschgerbahn, gehst über die Etschbrücke und hinter der Kirche auf Weg Nr. 1 hinauf zum Waal. Dann folgst du ihm Richtung Tschars, vorbei am Restaurant Himmelreich, wo sich eine Pause anbietet. Ein kurzer Abstieg bringt dich zum Bahnhof, und mit dem Zug geht es zurück. Wenn du noch Zeit hast, verbinde den Weg mit einem Abstecher zu Schloss Juval.

Nomady-Camps in der Nähe vom Stabnerwaal
Hütten für kühle Herbstnächte
Im Herbst wird es nach Sonnenuntergang schnell kalt. Dann ist es schön, nach der Wanderung die Schuhe vor die Tür zu stellen und zu wissen, dass die Nacht warm wird.
Viele Gastgebende vermieten Hütten und Bauwagen, die auch für die kalte Jahreszeit ausgestattet sind. Eines davon ist das Haus Am Horn in Oppenau, nicht weit vom Kniebiser Heimatpfad, mit Küche und Dusche. Weitere Ideen findest du unter Hütte mieten im Schwarzwald und Hütte mieten in Österreich.
Hütten und Bauwagen für kühle Nächte
Und die Schweiz?
Für Herbstwanderungen in der Schweiz gibt es bei uns eine eigene Seite, die wir zusammen mit dem TCS gemacht haben. Dort findest du Nomady-Camps rund um den Napf und Ideen fürs Wallis, wenn sich die Lärchen gelb färben: Camping und Wandern im Herbst.
Sicher unterwegs im Herbst
Früh losgehen
Die Tage sind kürzer. Plane lieber eine kürzere Tour und sei zurück, bevor es dämmert, denn nach Sonnenuntergang wird es schnell kalt.
Auf den Boden achten
Nasses Laub, Wurzeln und erster Reif sind rutschig, an Nordhängen und in höheren Lagen kann sogar schon Schnee liegen. Feste Schuhe mit griffiger Sohle helfen. Hütten in mittleren Höhen haben oft bis Mitte Oktober offen, im Hochgebirge schliessen sie schon Mitte September.
Umdrehen ist in Ordnung
Wenn der Zeitplan nicht aufgeht, kürze ab oder kehre um, solange es noch hell ist.
Warm einpacken
Stirnlampe mit Ersatzakku, Mütze und Handschuhe gehören in den Rucksack, dazu eine zusätzliche warme Schicht und eine Regenjacke.
Rücksicht auf Wildtiere
Für viele Tiere ist der Herbst eine sensible Zeit. Sei deshalb nicht in der Dämmerung unterwegs.
Gut zu wissen vor dem Losgehen
Der Deutsche Wanderverband empfiehlt für den Einstieg 5 bis 10 Kilometer mit leichten Steigungen. Als Faustregel rechnet er pro Stunde mit 4 Kilometern auf ebener Strecke oder 300 Höhenmetern bergauf. Plane im Herbst grosszügig, damit du vor der Dämmerung zurück bist. Der Altausseer Seerundweg mit 7,5 Kilometern und kaum Steigung ist ein guter Anfang.
Zwei der Wege sind auf die Bahn ausgelegt. Der Ostuferwanderweg am Hallstättersee endet in Obertraun, von dort fährst du mit dem Zug zurück. Der Stabnerwaal beginnt am Bahnhof Staben und endet am Bahnhof Tschars an der Vinschgerbahn. Für den Kniebiser Heimatpfad nennt Schwarzwald Tourismus Bushaltestellen beim Stadion und in Kniebis-Dorf.
Schau vor dem Losgehen auf die verlinkte Tourenseite, dort stehen Sperrungen und Hinweise der Region. Der Ostuferwanderweg ist bei Winterverhältnissen gesperrt, und den Kniebiser Heimatpfad kannst du bei viel Schnee nicht gehen. Für den Winter nennt Schwarzwald Tourismus dort eine andere Route. Ist ein Weg zu, such dir lieber einen anderen Weg in der Region, statt eine Absperrung zu umgehen.
Quellen
Alle Angaben zu den Wegen stammen von den offiziellen Tourenseiten, Stand 05.10.2026: Schwarzwald Tourismus, Geniesserpfade, Salzkammergut Tourismus, Altausseer Seerundweg, Tourismusverband Inneres Salzkammergut, Ostuferwanderweg, Tourismusverband Vinschgau, Stabnerwaal. Sicherheitstipps: Deutscher Alpenverein, Pressemitteilung vom 22.09.2025, und Deutscher Wanderverband.
Wege und Bedingungen können sich ändern. Massgeblich ist immer der aktuelle Stand auf der Tourenseite der Region.














































































































